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Aktuelles

Поезкда в Санкт-Петербург - Kursfahrt nach Sankt Petersburg

Vom 6. bis zum 11 Mai fuhren TeilnehmerInnen der Russischkurse nach Sankt Petersburg (Russische Föderation). Nach einem turbulenten Anreise per Flugzeug unternahm die Gruppe gleich nach dem Bezug des Hostels einen abendlichen Bummel über den Newski-Prospekt, die Prachtstraße von St. Petersburg. Dabei kam auch die Fußballfraktion auf ihre Kosten, denn man konnte Barcelonas 3:0-Sieg gegen Bayern live miterleben.

Am nächsten Morgen ging es zunächst zur Petersburger Niederlassung von Bosch-Siemens, die hier Haushaltsgeräte für den russischen und westeuropäischen Markt fertigen. Der Geschäftsführer, Herr Altmann, berichtet sehr anschaulich über die Entwicklung des Werkes und die Herausforderungen der Globalisierung im Sektor Haushaltsgeräte. Herr Altmann zeigte, wie sein Unternehmen die Produktion in den letzten 20 Jahren auf fast alle Kontinente ausweitete. In Sankt Petersburg produziert Bosch-Siemens Kühlschränke und Waschmaschinen für den russischen Markt, aber auch für den Export nach Westeuropa. Dabei bringt der russische Standort Sankt-Petersburg und der Absatzmarkt Russland einige Besonder­heiten mit sich. Zum Beispiel passen Standard-Waschmaschinen mit 60 cm Tiefe nicht durch jede russische Badezimmer-Tür, denn diese sind meist nur 50 cm breit … Die Qualität einer Bosch-Siemens-Maschinen erlaube es zwar durchaus, das Gehäuse zu zersägen und im Bad erneut zusammenzubauen, in Petersburg fand man aber kundenfreundlichere Lösungen. Anschließend wurde uns vom Produktionsleiter die Fertigungslinie für Waschmaschinen vor Ort gezeigt und z. B. erklärt, was eine Hochzeit in der Waschmaschinen-Fertigung bedeutet.

 

Über die Ostsee und den ehemaligen Marinestützpunkt Kronstadt führte der Weg zur nächsten Betriebsbesichtigung - der Brauerei Baltika, die mittlerweise zur Carlsberg-Gruppe gehört. Die Führung durch die Brauerei wurde abgeschlossen mit einer Degustation verschiedener Biersorten.

 

Der zweite Tag begann mit einem Besuch der Petersburger Vertretung der Hamburger IHK. Petersburg und Hamburg verbindet eine Partnerschaft, die bereits zu Sowjetzeiten geknüpft wurde. Frau Katja Kudinova, die Assistentin der Geschäftsführerin, informierte die Gruppe nicht nur über die „Petersburg-Hamburg-Connection“, sondern erzählte auch anschaulich über Unterschiede zwischen Deutschen und Russen. So gehört es sich in Russland, vor dem Trinken eine Toast auszusprechen, für jeden dritten Toast stehen die Männer aus und sprechen eine Toast auf die anwesenden Frauen und die Liebe aus.

Im Anschluss an den Besuch der Handelskammer gab es die Gelegenheit, einen russischen Markt zu besuchen – Aprjaksin dwor gilt der Petersburger Stadtverwaltung zwar als ein Sanierungsfall, vermittelt aber einen Eindruck von einem typischen russischen Basar. Abends traf man sich in einem georgischen Restaurant, in dem auch das „Toasten“ etwas geübt werden konnte.

 

Der Samstagvormittag wurde für einen Ausflug zu einem der zahlreichen Sommerpaläste der Zaren genutzt: Bei fast sommerlichem Wetter ging es mit Metro und Marschrutka (Sammeltaxi) weit hinter die Stadtgrenze nach Peterhof. Nachmittags gab es die Gelegenheit, am Gedenkmarsch zum Tag des Sieges teilzunehmen. Mehr als eine Million Menschen marschierten aus diesem Anlass über den Newski-Prospekt. Viele der Menschen trugen Plakate mit Fotos sowjetischer Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg gefallen waren. Insgesamt verloren 27 Millionen Sowjetbürger im Zweiten Weltkrieg ihr Leben. Für uns alle war dieser Gedenkmarsch ein sehr bewegendes Erlebnis.

 

Für den Sonntag wurde Freizeit verordnet. Einige Unermüdliche nutzten die Gelegenheit zu einem von Katja Titowa geführten Spaziergang durch die Stadt und erfuhren so z.B., dass es auch in Russland Geschwindigkeitsbegrenzungen und TÜV gibt. Für Interessierte ging es abends zum Fußball: Zenit St. Petersburg spielte gegen FK Rostow. Auch hier im Stadion wurde übrigens vor Spielbeginn mit einer Gedenkminute des Sieges im Zweiten Weltkrieg gedacht. So wie das Wetter war während des Spiels auch die Atmosphäre im Stadion beinahe südländisch – vom An- bis zum Abpfiff wurde die Heimmannschaft, (mittlerweile russischer Meister) ununterbrochen mit Fansgesängen angefeuert.

 

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