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Aktuelles

Kursfahrt nach Sankt-Petersburg

Vom 30.05. bis zum 06.06. fuhren 17 Auszubildende und eine Abiturientin mit unserer Schule nach Sankt-Petersburg. Von Bremen ging es zunächst per Flugzeug nach Tallinn, der Hauptstadt Estlands, und von dort per Bus weiter nach Sankt-Petersburg.

In Petersburg angekommen, wurden die Füße zum Haupt-Fortbewegungsmittel. Und so kam es, dass die Teilnehmer der „Fahrt“ nach sechs Tagen Petersburg zwischen 100 und 120 km Fußweg zurückgelegt hatten - obwohl die Sehenswürdigkeiten der Stadt doch alle nur einen Katzensprung voneinander entfernt sind … Diese gelegentlichen Spaziergänge ließen tagsüber recht wenig Zeit zum Essen; verbunden mit dem im Lauf der Woche sich verschärfenden Schlafdefizit („schlafen und essen kann man in Oldenburg“) ging gar die Rede vom „Boot Camp Petersburg“. Eine deutliche Übertreibung, denn neben den klassischen touristischen Zielen wie Newskij Prospekt, Peterhof, Isaaks-Kathedrale, Schlossplatz undsoweiter undsoweiter wurden wegen des schönen Wetters auch die Parks der Krestowskij- und Jelagin-Inseln gern an­ge­steuert, sozusagen als chill-out area. Besonders der – angeblich auf einen Wunsch Peters des Großen - gegründete deutsche Biergarten „Karl und Friedrich“ fand Gefallen.

Ein Exkurs in die jüngere Geschichte der Stadt führte uns zum Lenin-Platz am Moskovskij Prospekt und weiter zum Platz des Sieges mit seinem Museum zur 900-tägigen Blockade der Stadt durch deutsche Truppen während des 2. Weltkrieges.

 

Neben Kultur, Geschichte und Freizeit waren, wie es sich für angehende Kaufleute gehört, auch ökonomische Themen Bestandteil des Programms. Besucht wurde die Vertretung der Hamburger Handels­kammer in St. Petersburg. Die Petersburger Leiterin und stellvertretende Leiterin der Hamburger Industrie- und Handelskammer, Frau Dr. Kötschau, erklärte anschaulich die zahlreichen Aufgaben und Dienst­leistungen ihres Hauses für Hamburger und Petersburger Unternehmen, sie berichtet aber auch von rus­sischen Sitten und Bräuchen, wie z.B.: „Wer ohne Toast trinkt, gilt in Russland als Trinker.“ Ein Dank gilt hier auch Katja Kudinova für die Organisation der Veranstaltung; sie stellte auch den Kontakt zur Gruppe „Ingria“ her, die in der Region Leningrad nach Spuren des 2. Weltkrieges sucht.

 

Vom Nordosten der Stadt ging es mit der Metro in den Südwesten, zum Zigaretten-Produzenten JTI. Obwohl wir fast eine Stunde zu spät am vereinbarten Treffpunkt eintrafen, organisierten Ksenia Mateeva und ihr Team eine Abholung unserer Gruppe durch einen Werksbus. Bolschoe spasibo! Bei JTI erfuhren wir, dass Zigaretten Kakao enthalten. Beeindruckend war hier der sehr hohe Automatisierungs-Grad in der Produktion.

 

Wie schon im letzten Jahr, besuchten wir die Petersburger Niederlassung von Bosch-Siemens Haushalsgeräte, die hier Waschmaschinen und Kühlschränke für den russischen und westeuropäischen Markt fertigen. Bosch-Siemens ist hinter Whirlpool die weltweite Nummer 2 auf dem Markt für „weiße Ware“ (Kühlschränke, Waschmaschinen etc.). Der Geschäftsführer, Herr Voss, schilderte sehr anschaulich die Heraus­forderungen der Globalisierung im Sektor Haushaltsgeräte. Als Standort-Vorteile des Petersburger Werkes nannte er die sehr gute Ausbildung und hohe Motivation der Mitarbeiter sowie die gute Infrastruktur. Herausfordernd sei die Suche nach ein­heimischen Zulieferern, die den Qualitäts­kriterien für BSH-Produkte genügen. So würden aktuell z. B. die Beton-Gewichte für Waschmaschinen noch importiert. Eine wesentliche Aufgabe sei es deshalb, potenzielle einheimische Lieferanten zu suchen und zu unterstützen. Besonders beeindruckt zeigten sich die Aus­zu­bil­denden vom beruflichen Werde­gang des Geschäftsführers, der in zahlreichen Staaten gearbeitet hat und auch zahlreiche Sprachen beherrscht.

 

Auch die größte russische Brauerei wurde besichtigt. Produziert wird im Nordosten der Stadt unter der Marke „Baltika“, die Teil der dänischen Carlsberg-Gruppe ist. Für die meisten Teilnehmer der Betriebs­besichtigung stellte hier nicht der Gang durch die Produktion, sondern die anschließende Degustation das wichtigere Bildungserlebnis dar.

 

Abgeschlossen wurde die Fahrt im Restaurant „Kawkas“ (=Kaukasus). Die kaukasische Küche ist auch im post-sowjetischen Raum noch immer sehr beliebt, gilt sie doch als besonders vielfältig. Die Neugierigen nutzten hier die Gelegenheit, so exotische Dinge wie Kapusta po-gruzinski, Lawasch, Tschebureki, Adschyka, Chinkali oder Pachlawa zu probieren. Vor dem Essen wurden die Gewinner des Fotowettbewerbs zum Thema „Typisch!“ gewählt - Gratulationen an Ulrike Meier und Katharina Scheele! Der dritte Platz musste durch einen „Toast-Slam“ geklärt werden, den Gereon Guttek souverän für sich entscheiden konnte.

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