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Aktuelles

Besuch am Izhevsker Polytechnischen College in Russland

Von Montag, dem 16.1., bis Mittwoch, den 25.1. reisten sieben SchülerInnen des Russisch-Kurses der BBS Haarentor nach Russland. Ziel war, wie schon im Dezember 2015, das Izhevsker Polytechnische College in Izhevsk, mit dem wir auch in diesem Jahr zwei Austauschmaßnahmen durchführen. Erneut wurde unsere Austauschfahrt von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch gefördert.

„Was? Ihr wollt im Januar nach Russland?! Das ist doch viel zu kalt!“ Dies waren die ersten Reaktionen aus Kollegium und Schülerschaft, als es um die Planung der Fahrt ging. Und tatsächlich: Der Januar ist der kälteste Monat in Kazan und Ishevsk – das Thermometer sinkt auf minus 10 bis 18 Grad, an durchschnittlich 20 Tagen schneit es. Was lag also näher, als den russi­schen Winter selbst zum Projektthema zu machen? Und so hieß der Projekttitel „Erkundungen im russischen Winter – zwischen Wintermärchen und Eiskälte“. Unter dieser Überschrift sollten, teilweise individuell, teilweise in sprachlich gemischten Kleingruppen Foto und Texte gesammelt werden, die im Anschluss zu einer Foto-Text-Collage zusammenzufügen waren.

Fuhren wir vor gut einem Jahr noch ins Ungewisse, so war es diesmal fast schon eine Reise zu unseren „alten Be­kannten“, schließlich hatte es zuvor bereits zwei Begegnungen zwischen dem Izhevsker College und der BBS Haarentor gegeben, die einige freundschaftliche Be­ziehungen entstehen ließen. Der neuerlich Besuch stärkte diese Verbindungen schnell, es entwickelte sich, trotz Sprachbarrieren, wieder eine große Vertrautheit zwischen den TeilnehmerInnen beider Seiten.

 

Aus dem Reisetagebuch:

Montag, 16.1.2017

Über Berlin und Moskau ging es zunächst nach Kazan, der Hauptstadt der Republik Tatarstan. Gelandet nach Mitternacht, bezogen wir nach einer langen Reise nur noch schnell unser Hostel direkt in der Ulitsa Baumana, direkt in der Fußgängerzone der Altstadt Kazans.

 

Dienstag, 17.1.2017

Für Kazan, ein beliebte Reiseziel für den Städtetourismus in Russland, nahmen wir uns einen Tag für Besichtigungen der Altstadt, des Kremls und der Moschee.

 

Mittwoch, 18.1.2017

Vormittags gab es Gelegenheit zum Einkaufen von Souvenirs – erfahrungsgemäß würde die Zeit dafür in Izhevsk knapp, weil das Programm wenig Zeit lassen würde.

Am Nachmittag ging es mit dem Zug noch einmal 370 km weiter Richtung Osten, nach Izhevsk. Obwohl wir erst um 23.00 Uhr ankamen, empfingen uns einige der Izhevsker StudentInnen am Bahnhof, um unsere Gruppe ins Hotel zu bringen.

 

Donnerstag, 19.1.2017

Nach einem freundlichen Empfang durch den Schulleiter, Wladimir Aleksandrovich Dolganov, began­nen die obligatorischen Kennenlern-Spiele, die, wie auch bei den letzten Begegnungen, für viel gute Laune sorgten und unsere internationale Gruppen in kürzester Zeit zusammenbrachten. Anschließend ging es in die Stadt. Im Stadtzentrum startete eine Stadtrallye: In gemischten Kleingruppen mussten z. B. aus Deutschland importierte Mitbringsel bei Passanten getauscht oder gemeinsam „Oh Tannen­baum“ gesungen werden.

 

Freitag, 20.1.2017

Morgens wurde das Projektthema erklärt und an den gesammelten Ideen gearbeitet. Da für den kommenden Montag eine Aufführung der Gruppe in der Aula drohte, musste diese „Bühnenshow“ anschließend erstmals geprobt werden. Für einige Verwunderung sorgte auf russischer Seite dabei, dass wir Deutschen alle nur die erste Strophe des berühmten „Oh, Tannenbaum“ kannten. … und die Melodie dabei eher etwas freejazzig geriet ;-)

Nachmittags wurde das Kalschnikow-Museum besucht. Michail Kalaschnikow, der Konstrukteur des gleichnamigen Maschinengewehrs, wirkte in Izhevsk, einem sowjetischen Zentrum der Waffenproduktion.

Ein so schon langer Tag wurde in der Freizeit noch um den Besuch einer Discothek verlängert.

 

Samstag, 21.1.2017

Nach einer kurzen Nacht wurde der Samstag für alle Teilnehmenden zu einem Höhepunkt der Reise – die Eltern von Ivan Baikov, einem der College-Schüler, hatten unsere Gruppe zu sich aufs Land eingeladen. Und so fuhren wir 120 km zur Ortschaft Alnaschi, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie man in Russland auf dem Land lebt. An einer langen Tafel konnten wir einige von den Eltern köstlich zubereitete typische russische Gerichte probieren. Während des folgenden Rodelns mit einer Art „Riesen-Donut“ (тюббинг, auf Deutsch: snow tube), heizte Ivans Vater die familieneigene Banja, wie die russische Form der Sauna heißt, für die Gruppe an. Typisch für die Banja ist es, einander mit Birkenzweigen abzuklopfen. Zur Abkühlung rieb man sich mit Schnee ein. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Familie Bajkov war für uns alle beeindruckend.

Stress zu später Stunde am Samstagabend - trotz der späten Rückkehr aus Alnaschi musste am Abend nochmal gearbeitet werden – für die Abschluss-Aufführung am Montag. Einmal mehr machte sich bemerkbar, dass die Zeit für „Bühnenshow“ und Projektarbeit zu knapp bemessen war.

 

Sonntag, 22.1.2017

Sonntagmorgen – für unsere Gruppe die einzige Gelegenheit in Izhevsk, einzukaufen oder durch ein Kaufhaus zu bummeln. Eine starke Motivation! - Noch vor 10.00 Uhr waren alle unterwegs …

Im Winter Schaschliks grillen? Natürlich! Am Nachmittag ging es in eine Art „Winter-Freizeit­park“. Hier hatten wir für unsere internationale Gruppe eine kleine Hütte inkl. Grill gemietet; alles für das „Winter-Schaschlik-Event“ Notwendige wurde am Vormittag en passant eingekauft. Im Park boten sich weitere Gelegenheiten des Wintervergnügens - Eislaufen, Skifahren, sogar eine Outdoor-Lasertag-Arena gab es. Die TeilnehmerInnen nutzten davon aber nur die „Тюббинг“.

 

Montag, 23.1.2017

Morgens wurde intensiv für die ca. anstehende Aufführung geprobt, die schließlich in einer mehr als vollbesetzten Aula stattfand. - Größter Erfolg – trotz Teilnahme der Oldenburger Gruppe verließ während des Liedes „Oh Tannenbaum“ niemand den Saal ;-)

Im Anschluss an den sehr aufregenden Bühnen-Auftritt gab es noch in einer abschließenden am Runde etwas am Projektthema zu arbeiten. Nach einer bewegenden Verabschiedung am Bahnhof ging es dann am frühen Abend mit dem Nachtzug nach Moskau. 18 Stunden dauerte diese Fahrt, für die wir Schlafwagen-Abteile bezogen.

 

Dienstag, 24.1.2017

Nach ca. 1.400 km vBahnfahrt kamen wir am Dienstagmorgen, pünktlich um 10.18 Uhr in Moskau an. - Kurze Stippvisite im Moskauer Hotel und dann schnell das „Moskau-in-einem-halben-Tag“-Pro­gramm: Roter Platz, Kreml, Basilius-Kathedrale und Kaufhaus „GUM“. Mit einem gemein­sa­men Essen in einem georgischen Restaurant (Chinkaly, Chatschapuri, …) endete unser Moskau-Express-Visit.

 

Mittwoch, 25.1.2017

Vor dem Abflug hielt Moskau für uns das bereit, was man im Film ein retardierendes Moment nennt - ein das Happy end hinauszögerndes unerwartetes Ereignis. Eigentlich sollte es kein größeres Problem darstellen, die 2 km vom Hotel zum Aeroexpress - Bahnhof per Taxi zurückzulegen. Schließlich hatten wir diese Strecke am Vortag noch mit Koffern bepackt zu Fuß zurückgelegt. Mit dem Taxi benötigten wir für 2 km allerdings doppelt so lang, nämlich insgesamt 1,5 Stunden. So kam es, dass die Erleichterung, doch noch im Flugzeug Platz nehmen zu können, den Abschieds­schmerz überwog …

 

… und wie geht es weiter?

Wir freuen uns auf den schon bald anstehenden Gegenbesuch aus Russland: Vom 28.02. bis zum 11.03.2017 wird erneut eine Gruppe von 8 SchülerInnen aus Izhevsk in Begleitung ihrer Lehrerin Olga Byzowa unsere Schule besuchen. Neu hinzu kommt dann eine Gruppe polni­scher SchülerInnen. Wurde der letzte Gegenbesuch von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugend­aus­tausch gefördert, so arbeiten wir für dieses trinationale Treffen mit dem Deutsch-polni­schen Jugendwerk und dem Verein für Jugendkulturarbeit in Oldenburg zusammen.

 

 

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